Hilfsmittel- und HomeCare-Versorgung aus Patientensicht

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Patientenangaben zum Versorgungsprozess der Hilfsmittel- und HomeCare-Versorgung sind das wichtigste Element der Ergebnisqualität, die mittels der Patientenbefragung erhoben werden.

Die Einstellung der Patienten ist nicht starr auf einzelne Leistungserbringer (Arzt, Sanitätshaus) oder Krankenkassen bezogen, sondern Ärzte, Sanitätshäuser, HomeCare-Unternehmen und Krankenkassen beeinflussen den gesamten Versorgungsprozess erheblich.

Die subjektive Sicht der Patienten, ihre Erlebnisse, ihre Erfahrungen, ihre individuelle Sichtweise haben entscheidenden Einfluss auf ein von außen oft gleichförmig erscheinendes Versorgungsgeschehen.

Niemand gewinnt vom Gesamtversorgungsprozess ein so umfassendes Bild wie der Patient selbst. Er kann daher auf Fehler und Missstände aufmerksam machen und auf diesem Wege die Qualität von Gesundheitsdienstleistungen fördern.

Patientenorientierung bedeutet, dass sich im Rahmen eines therapiekonformen Betreuungsprozesses alle daran Beteiligten bemühen, die Erwartungen und Bedürfnisse der Patienten zu erfüllen. Um dieser Forderung gerecht werden zu können, brauchen Leistungserbringer und Krankenkassen Informationen über die Qualitätsbeurteilung aus Sicht der Patienten.

Die Hilfsmittel- und HomeCare-Versorgung muss sich auf therapeutische Leitlinien, Anforderungen der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation und die G-BA Hilfsmittel-Richtlinien stützen.

Hilfsmittelversorgung Quelle Bemerkungen
Die Verbesserung der Versorgungsqualität ist die Grundvoraussetzung für eine wirtschaftliche Versorgung mit Hilfsmitteln. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 G-BA Hilfsmittel-Richtlinien Verträge der Krankenkassen
Bislang wurde die Verordnungs- und Genehmigungspraxis vorrangig auf das Hilfsmittel und zu wenig auf die Erreichung der Ziele und die Sicherung der Prozess- und Ergebnisqualität ausgerichtet. G-BA Hilfsmittel-Richtlinien Ergebnismessung muss erfolgen und Qualitätsberichte müssen erstellt werden.
Die Hilfsmittelversorgung erfolgt nicht isoliert, sie wird immer als Bestandteil eines Gesamtprozesses zur Beseitigung von Beeinträchtigungen von Aktivitäten und Teilhabe oder zur Behandlung von Krankheiten betrachtet. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Versorgungskonzeption muss im Team entwickelt werden.
Die Art der Hilfsmittelversorgung richtet sich nach dem formulierten Ziel. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Therapieziele müssen definiert werden.
Hilfsmittelversorgung Quelle Bemerkungen
Hilfsmittel zur Sicherung der ärztlichen Behandlung und zur Vorbeugung einer drohenden Behinderung haben primär das Ziel, einen therapeutischen Behandlungsplan umzusetzen oder zu unterstützen (z.B. eine postoperativ stellungssichernde Orthese). DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Behandlungsplanung muss sektorenübergreifend durchgeführt werden.
Der Hilfsmitteleinsatz zum Ausgleich einer Behinderung ist auf die durch die Beeinträchtigung von Strukturen, Funktionen, Aktivitäten und Teilhabe hervorgerufenen Probleme zu fokussieren. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Versorgungskonzeption muss im Team entwickelt werden.
Grundsätzlich wird geprüft, ob die Versorgungsziele auch mit anderen Mitteln zu erreichen sind. G-BA Hilfsmittel-Richtlinien Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebots.
20 Zieldimensionen für die teilhabeorientierte Hilfsmittelversorgung sind etabliert. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Erhebungsbögen müssen entwickelt werden.
Im Prozess der Hilfsmittelversorgung werden Zieldimensionen, die ggf. auch erweitert werden können, als mögliche Versorgungsziele umfassend abgeprüft. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Prognose und Bedarf müssen geprüft und dokumentiert werden.
Die Hilfsmittelversorgung ist in eine rehabilitative Gesamtstrategie zu integrieren. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 G-BA Hilfsmittel-Richtlinien müssen beachtet werden.
Hilfsmittelversorgung Quelle Bemerkungen
Beim Einsatz therapeutisch wirksamer Hilfsmittel zur Behandlung einer Krankheit oder auch bei Hilfsmitteln mit Bedeutung für die körperliche und geistige Entwicklung stehen leitlinienorientierte Behandlungskonzepte im Vordergrund. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Erhebungsbögen müssen leitliniengestützt entwickelt werden.
Die Versorgung mit Hilfsmitteln als teilhabefördernde Kontextfaktoren für Menschen mit Behinderung wird stärker in den Blick genommen und ist daher als eine wesentliche gemeinsame Aufgabe aller am Versorgungsprozess Beteiligten zu entwickeln. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 ICF Denksystematik muss umgesetzt werden.
Einer unkritischen Verordnung von Hilfsmitteln und einer daraus resultierenden Fehlnutzung wird entgegengetreten. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Prognose und Bedarf müssen geprüft und dokumentiert werden.
Der Bedarf wird unter Berücksichtigung der spezifischen Kontextfaktoren exakt erfasst. G-BA Hilfsmittel-Richtlinien Indikationsbezogene Erhebungsbögen müssen entwickelt werden.
Grundsätzlich gilt, dass im Rahmen einer Hilfsmittelversorgung für jeden Einzelfall die Probleme, Ziele und Lösungen personenbezogen ermitteln werden und daraus entwickelt sich die Versorgungskonzeption. G-BA Hilfsmittel-Richtlinien Einheitliche Kommunikation aller Leistungserbringer muss gewährleistet werden.
Sowohl die Bedarfsermittlung als auch die bedarfsgerechte Gestaltung des Hilfsmittelversorgungsprozesses wird in Kooperation der beteiligten Fachleute durchgeführt. Für die optimale Prozessgestaltung der Hilfsmittelversorgung ist eine multi- oder interdisziplinäre Teamarbeit unabdingbar. § 11 Abs. 4 SGB V Versorgungsmanagementverträge und Patienteneinwilligung müssen vorliegen.
Hilfsmittelversorgung Quelle Bemerkungen
Erfahrungen aus der Teamarbeit zeigen, dass eine gute Qualität des Versorgungsprozesses eine häufige und länger dauernde Zusammenarbeit der Teammitglieder voraussetzt. § 11 Abs. 4 SGB V 
§ 67 SGB V
Versorgungsmanagementverträge und Patienteneinwilligung müssen vorliegen.
Sozialraumorientierung: Orte einer qualifizierten Hilfsmittelversorgung müssen für Menschen mit Behinderung mit vertretbarem Aufwand zu erreichen sein, d.h. Fahrzeiten von 60 Min. sollten möglichst nicht überschritten werden. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Muss durch Netzwerke aufgebaut werden.
Die Hilfsmittelversorgung wird grundsätzlich lebenswelt- und sozialraumbezogen organisiert. Dies fördert auch die Bildung von regionalen Netzwerken. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Kooperationen unterschiedlicher Leistungserbringer müssen etabliert werden.
Die regionalen Besonderheiten im Umfeld des Patienten, stellen im Sinne der ICF Kontextfaktoren dar und sind oft für die Auswahl und die Nutzung des Hilfsmittels von Bedeutung und sollten daher dem Hilfsmittelleistungserbringer bekannt sein. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Netzwerkbildung muss aufgebaut werden.
Zur Sozialraumorientierung gehört auch, dass die verschiedenen regional ansässigen Akteure der Hilfsmittelversorgung (z.B. Hausärzte, Therapeuten und Hilfsmittelleistungserbringer) regelmäßig zum Austausch von Informationen und Know-how zusammenkommen und sich dabei kennenlernen. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Qualitätszirkel müssen gefördert und Qualitätsberichte erstellt werden.
Für den Patienten ist wichtig, dass er insbesondere für individuell anzupassende Hilfsmittel die Dienstleistung der Werkstatt des Hilfsmittelbetriebes mit zumutbarem Aufwand in Anspruch nehmen kann, so dass Beratung, Auswahl (mit Erprobung), Anpassungen, Unterweisung und Reparaturen zeitnah und bedarfsgerecht durchgeführt werden können. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Aufbau regionaler Netzwerke.
Hilfsmittelversorgung Quelle Bemerkungen
Die Beurteilung der Qualität des Hilfsmittelleistungserbringers beruht auf Erfahrungen oder Referenzen. DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Referenzmanagement muss aufgebaut werden (Qualitätsberichte).
Die ärztlichen Verordnung wird im Rahmen eines bedarfsgerechten Versorgungsprozesses optimiert ! 
  1. einfache Verordnung 
  2. Verordnung mit kurzer Begründung 
  3. Verordnung mit Versorgungskonzeption 
  4. Spezielle Verordnungen mit besonderen Vereinbarungen (z.B. Kommunikationshilfsmittel, mikroprozessorgesteuerte Prothesen etc.)
DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Erhebungsbögen müssen indikationsbezogen zur Verfügung gestellt werden.
Für die Sicherung der Ergebnisqualität im Einzelfall erfolgt nach Abschluss der Versorgung eine Ergebnisüberprüfung durch den verordnenden bzw. behandelnden Arzt . Die Prüfung erstreckt sich auf die Zielerreichung im Hinblick auf die Behandlung, die Funktionen, die Aktivitäten und die Teilhabe.  DVfR Lösungsoptionen Hilfsmittelversorgung Oktober 2009 Qualitätsberichte müssen von den Leistungserbringern vorgelegt werden.

Quellen: Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e.V. (DVfR), Überwindung von Problemen bei der Versorgung mit Hilfsmitteln – Lösungsoptionen der DVfR –; Heidelberg: Oktober 2009.
Hilfsmittel-Richtlinie (HilfsM-RL) vom 16. Oktober 2008: BAnz. Nr. 61 (S. 462) vom 06.02.2009.

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